Begegnungen, Partnerschaften, Freundschaften sollten vieles sein – aber kein Dauerprojekt zur Selbstanalyse

 

Bild von Klara Kulikova

 
 

Ich finde dieses Jahr sehr herausfordernd. Bereits im November 2025 hat es in zwischenmenschlicher Begegnung für mich begonnen noch herausfordernder zu werden als ich es ohnehin mit mir persönlich erleben.

Ich habe lange geglaubt, dass Tiefe in Freundschaften bedeutet, wenn viel reflektiert wird: Gespräche, Stimmungen, unausgesprochene Erwartungen. Ich mich oft frage: War ich zu viel? Zu wenig? Hätte ich anders reagieren sollen?

Irgendwann habe ich gemerkt, wie müde mich das macht. Ich weiß leider nicht wie echte Freundschaften sein sollen oder auch Beziehungen, aber ich glaube Beziehungen sollten verbinden - Nähe bringen. Ein Gefühl von Ankommen vermitteln.
Wenn ich mich ständig selbst hinterfrage, Gespräche innerlich zerlege oder meine Gefühle erst rechtfertigen muss, geht etwas verloren. Dann fehlt die Leichtigkeit.

Oft kündigt sich diese Schwere nicht laut an. Kein Streit, kein Konflikt, kein Drama. Nur das Gefühl, dass Begegnungen mehr Kraft kosten, als sie geben. In solchen Momenten wird häufig auf das Spiegelgesetz verwiesen: Das, was im Außen berührt oder triggert, hat auch mit eigenen Themen zu tun. Freundschaften und Partnerschaften können zeigen, wo Grenzen fehlen oder alte Muster wirken.

Doch nicht jede Irritation ist eine Aufgabe. Nicht jedes Unbehagen muss analysiert werden.

Ich lebe in einer sehr nährenden Partnerschaft. Wir kennen unsere eigenen Themen gut und wissen, dass unseres Streits oder kleinen Reibereien oft alte Verletzungen berühren. Trotzdem begegnen wir einander mit Verständnis. Natürlich nehmen wir manches persönlich, werden grantig und brauchen dann unsere Ruhe.

Und doch: Wir haben einen sicheren Boden unter uns. Einen Raum, der uns trägt und unsere Liebe unerschütterlich macht – auch in Momenten der Wut oder Unsicherheit. Dieser Boden lässt uns spüren, dass Nähe und Zuneigung stärker sind als jedes Missverständnis, dass Liebe nicht bricht, nur weil wir manchmal aneinandergeraten.

Beziehungen in welcher Form auch immer, sind keine Therapieräume. Sie dürfen leicht sein – nicht oberflächlich, sondern mühelos. Sie dürfen Raum lassen, Pausen aushalten und sich verändern.

Und sie dürfen auch wachsen, man darf zusammenwachsen, sich entwickeln. Aber eben nicht übertrieben analysierend.

Wenn Begegnungen, Partnerschaften oder Freundschaften nur funktionieren, wenn man sich ständig selbst überprüft, sind sie vielleicht kein sicherer Ort.

Ich glaube Beziehungen sollten vieles sein: tragend, lebendig, verbindend.
Aber sie sollten kein Dauerprojekt zur Selbstanalyse sein.

 

 
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